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bruseberg | Praxis für Feldenkrais®
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42103 Wuppertal

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Die Feldenkrais-Methode

Eine Lern- und Lehrmethode

Wenn Sie verstehen möchten, worauf unsere Arbeit beruht, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Methode selbst – auf die Art zu lernen, die ihr zugrunde liegt.

Was „organisches Lernen“ bedeutet

Die Feldenkrais-Methode (FELDENKRAIS®) ist eine Lern- und Lehrmethode, die beim Körper ansetzt. Gemeint ist damit ein organisches Lernen – jenes Lernen, das mit dem körperlichen Wachstum einhergeht und nicht in der bloßen Anhäufung von Wissen besteht, sondern darin, dass eine Menge an Erfahrung sich in eine neue Qualität des Handelns wandelt. Diese Art zu lernen beginnt früh: Das menschliche Nervensystem ist bei der Geburt noch weitgehend ungeformt und wächst, während die äußeren Reize es erreichen. Gerade darin liegt die Besonderheit des Menschen – seine ungewöhnlich große Fähigkeit, aus eigener Erfahrung neue Reaktionen zu bilden. Diese Fähigkeit bleibt ein Leben lang erhalten.

Warum Bewegung im Mittelpunkt steht

Bewegung steht im Mittelpunkt, weil das Nervensystem vor allem mit Bewegung beschäftigt ist. Wir können nicht wahrnehmen, fühlen oder denken, ohne uns zugleich im Schwerefeld zu organisieren. Körper und Selbst sind dabei nicht zu trennen.

Jede Handlung enthält vier Anteile, die zusammengehören:

  • Bewegung
  • Empfindung
  • Gefühl
  • Denken

Keiner kommt ohne die anderen vor. Darum zeigt sich ein innerer Zustand auch in der Haltung: Wie jemand sich aufrichtet, atmet, sich bewegt, hängt mit seiner emotionalen Verfassung zusammen. Verändert sich die Art, sich zu bewegen, verändert sich entsprechend auch das Übrige – denn jede Verbesserung im Handeln ist Ausdruck einer vorausgehenden Veränderung im Nervensystem selbst.

Bewegung als verlässlicher Zugang – und das Selbstbild

Bewegung hat dabei einen Vorzug: Über sie wissen wir klarer und sicherer Bescheid als über Zorn, Liebe oder Gedanken. Die Qualität einer Bewegung lässt sich leichter erkennen und unterscheiden. Zugleich gilt: Jeder Mensch handelt nach dem Bild, das er sich von sich selbst gemacht hat. Dieses Selbstbild ist selten vollständig und weicht oft erheblich von der Wirklichkeit ab – und es bestimmt, was und wie wir tun.

Aus Gewohnheit werden Wahlmöglichkeiten

Feldenkrais-Lehrende eröffnen über die Bewegung einen Raum für dieses organische Lernen. Sie richten die Aufmerksamkeit weniger darauf, welche Bewegung jemand ausführt, als darauf, wie er sich dabei leitet. So lassen sich gewohnte Muster, die ohne Alternative geblieben sind, erkennen und um neue Möglichkeiten erweitern. Wo nur eine einzige Art zu handeln zur Verfügung steht, entstehen Enge und Unsicherheit; mehr Wahlmöglichkeiten bedeuten mehr Freiheit, in ähnlichen, aber verschiedenen Lagen angemessen zu handeln. Diese Art der Verbesserung kennt keine feste Grenze – anders als eine „Heilung“, die nur einen früheren Zustand wiederherstellen will, ist sie ein fortlaufendes, schrittweises Besserwerden.

Reife als fortlaufender Prozess

Moshé Feldenkrais versteht Reife nicht als einen Endpunkt, an dem nichts mehr geschieht, sondern als Prozess: die Fähigkeit, frühere Erfahrung in ihre Bestandteile zu zerlegen und zu einem Muster zu fügen, das den gegenwärtigen Umständen entspricht. In diesem Sinn beschreibt er das Ziel der Arbeit an der Bewusstheit damit, dass dadurch jedes Handeln „menschlicher“ werde.

„… damit jedes Handeln menschlicher werde.“ — nach Moshé Feldenkrais

Der beste Weg, diese Art zu lernen zu verstehen, ist, sie am eigenen Körper zu erleben. Ihre erste Gruppenstunde ist kostenfrei und unverbindlich.

Was unterscheidet Feldenkrais von Yoga, Pilates oder Physiotherapie?

Feldenkrais ist weder Gymnastik noch Behandlung, sondern ein Lernprozess: ein Üben in körperlicher und geistiger Koordination, das mit Ihrem Nervensystem arbeitet – nicht gegen Widerstände. Das verändert, was in einer Stunde passiert: Es gibt keine festgelegten Positionen, die Sie erreichen sollen, keine Dehnungen und keine Wiederholungen zum Muskelaufbau.

Anders als beim Yoga geht es nicht um Haltungen, die Sie einnehmen und halten. Und anders als bei Pilates nicht um Kontrolle, Kraft aus der Körpermitte oder eine „richtige" Ausführung. Bei uns gibt es nichts zu erreichen – nur etwas zu bemerken. Sie erforschen Bewegungen in Ihrem eigenen Tempo und entdecken dabei, wie Sie sich leichter und mit weniger Aufwand bewegen können.

Im Unterschied zur Physiotherapie arbeiten wir nicht an einer Diagnose und nicht an einem Symptom. Es wird nichts korrigiert und nichts behandelt. Sie lernen, Ihre eigenen Bewegungsmuster besser wahrzunehmen, und eröffnen sich damit neue Möglichkeiten – viele erleben das als feineres Körpergefühl im Alltag.