Zum Hauptinhalt springen

bruseberg
Praxis für Feldenkrais®
Laurentiusstr. 35
42103 Wuppertal

Termine nach Vereinbarung

Einschränkungen & Feldenkrais

Einschränkungen & Feldenkrais

Ein anderer Blick
auf Einschränkungen

Vielleicht leben Sie seit Jahren mit einer körperlichen Einschränkung. Vielleicht hat Ihr Kind eine Diagnose bekommen. Sie haben verschiedene Wege ausprobiert und fragen sich: Wie geht es weiter?

In unserer Feldenkrais-Praxis in Wuppertal begegnen wir dieser Frage regelmäßig. Unser Ansatz ist kein therapeutisches Verfahren – sondern ein Lernprozess.

Keine Sonderkategorie

Die meisten Ansätze beginnen mit einer Diagnose und arbeiten von dort aus. Wir tun das Gegenteil. Für uns gibt es keine Sonderkategorie „Menschen mit Behinderung". Alle, die zu uns kommen – unabhängig von Diagnose oder Einschränkung – sind für uns schlicht: Menschen, die etwas lernen wollen. Das ist keine nette Formulierung. Es verändert, was in einer Sitzung passiert.

Wer einen Menschen als „Patienten" betrachtet, sucht nach dem, was nicht funktioniert, und versucht es zu reparieren. Wer einen Menschen als Lernenden betrachtet, fragt: Was kann diese Person? Und was wäre der nächste mögliche Schritt?

Lernen statt Behandeln

Feldenkrais bestand darauf, kein Therapeut zu sein. Was in seinen Einzelstunden geschieht, ist kein Heilen und kein Behandeln – es ist Lernen. Ein Unterschied, der sich im Erleben sofort bemerkbar macht.

In einer Behandlung liegt man passiv da und etwas wird mit einem gemacht. In einer Feldenkrais-Privatstunde passiert etwas zwischen zwei Menschen. Durch sanfte, aufmerksame Berührung entsteht eine Art Gespräch – nicht in Worten, sondern in Bewegung. Ihr Nervensystem spürt dabei den Unterschied: Hier will niemand etwas korrigieren. Hier wird zugehört.
Nach einer Sitzung berichten viele Menschen, dass sie sich leichter fühlen, freier atmen oder Bewegungen anders wahrnehmen als zuvor. Das ist Ausdruck eines Lernprozesses, nicht einer Behandlung.

Der nächste mögliche Schritt

Ein Kind lernt nicht gehen, bevor es gekrabbelt ist. Es krabbelt nicht, bevor es sich drehen kann. Diese Reihenfolge ist in der menschlichen Entwicklung verankert – sie lässt sich nicht überspringen, ohne dass etwas fehlt.

Genau hier setzt die Arbeit an. Wir orientieren uns daran, wie menschliche Entwicklung natürlicherweise verläuft – und fragen, welcher Lernschritt gerade möglich ist. Nicht das Symptom steht im Vordergrund, nicht die Diagnose, sondern der Mensch mit seinen vorhandenen Fähigkeiten.

Das klingt einfach, ist aber das Gegenteil von dem, was viele gewohnt sind: ein Ziel vorgeben (gehen, greifen, aufrecht sitzen) und den Weg dorthin erzwingen. Wir setzen beim Menschen an und fragen, welcher Schritt jetzt gerade möglich ist.

Was „besser“ bedeutet, ist für jeden anders

Wenn jemand mit einer Einschränkung zu uns kommt, fragen wir nicht zuerst: Was funktioniert nicht? Wir fragen: Was wünschen Sie sich?

Die Antworten sind so verschieden wie die Menschen. Für den einen bedeutet „besser“, morgens leichter aus dem Bett zu kommen. Für eine andere, den Kopf weit genug drehen zu können, um ihr Kind anzuschauen. Für ein Kind bedeutet es vielleicht, zum ersten Mal allein auf dem Boden sitzen zu können – nicht weil es soll, sondern weil es das selbst will.

Feldenkrais erkannte, dass sich „besser“ und „menschlicher“ nicht von außen festlegen lassen. Kein Arzt, kein Therapeut und kein Befund kann bestimmen, was für einen Menschen der nächste bedeutsame Schritt ist. Das weiß nur die Person selbst – manchmal, ohne es in Worte fassen zu können.

Genau deshalb beginnen wir nicht mit einem Behandlungsplan, sondern mit Zuhören: durch Berührung, durch Aufmerksamkeit, durch die Frage, was gerade möglich ist und was sich verändern möchte.

Nicht der Körper wird behandelt, der Mensch wird erreicht

Menschen mit Einschränkungen haben oft eine lange Geschichte von Behandlungen hinter sich, bei denen immer nur ein Teil von ihnen im Mittelpunkt stand – ein einzelnes Gelenk, eine einzelne Bewegung, ein einzelner Befund.

Feldenkrais erkannte früh: Wer nur den Körper behandelt, behandelt ein Fragment. Der Mensch bleibt unberührt. In der Einzelarbeit (Functional Integration®) geht es deshalb nie um ein isoliertes Körperteil. Wir arbeiten mit Ihnen – mit Ihrem Fühlen, Ihrem Handeln, Ihrer Art, sich in der Welt zu bewegen. Erst wenn sich der Mensch als Ganzes angesprochen fühlt, kann ein Lernprozess beginnen, der über das rein Körperliche hinausgeht.

Was uns unterscheidet

Wir stellen eine grundsätzliche Frage: Was geschieht, wenn man einen Menschen nicht über seine Diagnose definiert, sondern über seine Möglichkeiten?

Unsere Erfahrung zeigt: Menschen mit Einschränkungen können ihren Körper durchaus richtig, effizient und anmutig gebrauchen. Entscheidend ist nicht, ob jemand einer Norm entspricht. Entscheidend ist, ob die eigene Art, sich zu bewegen, für den Menschen selbst stimmig ist.

Dieses Denken verändert, was in einer Privatstunde geschieht – und was dabei entdeckt werden kann.


Sie suchen nach einem anderen Weg?

Ob für sich selbst, für Ihr Kind oder für einen Angehörigen: In einer Privatstunde können wir gemeinsam herausfinden, was möglich ist. Ohne Diagnose-Denken, ohne Zeitdruck, ohne Versprechen – aber mit der Erfahrung aus fast 30 Jahren Arbeit mit Menschen in den unterschiedlichsten Situationen.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine E-Mail – wir beraten Sie gerne persönlich.